Thomas Bach

Warum macht sich ein 12-jähriger Junge auf die Suche nach Magiebüchern?
Alle Zauberkästen, die ich geschenkt bekommen habe, enthielten nur billige Tricks und befriedigten in keinster Weise meine Sehnsucht nach etwas Größerem. So wollte ich erfahren „was die Welt, im Innersten zusammenhält“.

Der Ursprung eines langen Weges

Lieber den kurzen Weg?

Meine Vita als tabellarischer Lebenslauf.

Viele Jahre habe ich in der christlichen Jugendarbeit und in sonntäglichen Kirchenbesuchen nach „Wahrheit“ gesucht. Ich ging zu den Mormonen, den Zeugen Jehovas und beschäftigte mich mit dem Buddhismus. Rhamana Maharshis „Weg zum Selbst“ durch die einfache Frage „Wer bist Du?“ wies mir dann den Weg, nach innen zu schauen. Weil meine Mutter mir aber riet einen sicheren Job zu ergreifen, begann ich mein Studium zum Diplomverwaltungswirt. Sehr halbherzig saß ich in meinen Vorlesungen. Während mein Dozent etwas über Beamtenrecht erklären wollte, las ich die „Nebel von Avalon“ und versank in die Traumwelten von Magie und Mystik.

Carlos Castaneda und seine Bücher über die Erfahrungen in Mexiko machten mir deutlich, dass es da eine Welt geben muss, die nicht mehr unbedingt von unseren Sinnen er- und begriffen werden kann. Aus psychologischer Sicht war das sicherlich ein Suchen eines Puer aeternans, eines ewigen Jünglings, nach dem nicht vorhandenen Vater. Dieser war schon recht früh aus der Familie ausgebrochen und durch Montagetätigkeiten länger nicht Zuhause. Wenn er kam, „spielte“ er sich als Vater auf und meinte durch Brachialaktionen das Ruder wieder in die Hand zu bekommen. Dies war natürlich zum Scheitern verurteilt. Meine Mutter kam nach ihrer unbefriedigenden Bankangestelltentätigkeit nach Hause und musste ihre Kopfschmerzen mit schweren Migräne-Hämmern und einem Whisky-Cola betäuben.

Die Suche nach Heilung durch Liebe

Was lag also näher als Heil in der spirituellen Welt zu suchen? Mit meiner Beamtenkarriere konnte ich meinen Lebensunterhalt gut bestreiten. Als ich 1985 nach Neustadt an der Weinstraße zog, um als Regierungsbeamter die Karriereleiter weiter nach oben zu steigen, hatte ich genügend Zeit und Geld, um mich weiterzubilden. Ich nahm Zuflucht (buddhistische Einweihung) bei Ole Niedahl und lernte dann durch meinen Fußreflexzonenlehrer zum ersten Mal jemanden kennen, der mich von Herzen bewegte, weil er wie eine positive Vaterfigur für mich war. Seine bedingungslose Liebe zu den Menschen berührte mich sehr und ich wusste jetzt, wonach ich eigentlich suchte: Heilung durch Liebe.

Ich lernte Hellsehen und -fühlen bei Harald Weßbecher, der mich auch mit dem Phänomen des Channelns vertraut machte, als Harald II sich durch ihn kundtat. Er brachte von Robert Monroe die Hemispährensynchronisation mit nach Deutschland und ich übte unter seiner Anleitung Astralkörperreisen. Dies gelang so gut, dass ich vom Seminar aus in Berlin meine damalige Freundin in Neustadt an der Weinstraße beobachten konnte, wie sie sich mit einem Bekannten vergnügte. Der emotionale Schock kam erst, als ich wieder in meinem Körper zurück war. Wir sollten unsere Erfahrungen verifizieren und sie bestätigte meine Wahrnehmung. Was einerseits natürlich gut war, andererseits unsere Beziehung beendete.

Schrittweise zum Heilpraktiker und darüber hinaus

Während ich durch einen längeren Krankenhausaufenthalt das schulmedizinische System von innen als Patient erleben „durfte“, wurde mir klar, dass ich auf der Suche nach anderen Heilformen war und diese auch bei mir selbst anwandte. Ich las „Die Kunst ein Egoist zu sein“ von Josef Kirschner und erkannte, wie lange ich mich angepasst und mein eigenes Leben nicht gelebt hatte.
Ein Jahrestraining bei Bodigian Ziegler, Vision der Freude, ließ mich alle Phasen des Lebens von der Geburt bis zum Tod durchleben und meinen eigenen Tod erfahren. Dies bereitete mich sehr gut auf die spätere Arbeit mit Krebspatienten vor, da ich nun keine Angst mehr vor dem Sterben hatte. Durch diese Gruppe lernte ich meinen Microcosmoswork-Lehrer Basir Werner kennen, mit dem ich in den nächsten 2 Jahren intensiv alle meine vergangenen Leben aufarbeitete und so einen großen Teil meiner familiären Prägungen bearbeiten konnte.

Mit dem Absolvieren der Heilpraktikerprüfung und weiteren Ausbildungen bei Peter Mandel zur esogetischen Medizin war ich 1994 schließlich bereit, meine Beamtenlaufbahn zu beenden und mich in das Abenteuer der Selbständigkeit zu begeben. Zuerst lebte ich allerdings am Lago Maggiore bei einer Gruppe von Gnostikern, die sich als Nachfahren von Katharern sahen und entsprechende Lehren vertraten.

Vom Lernenden zum Lehrenden – Inhalte weitergeben

Um mich besser um meine kränkelnde Großmutter kümmern zu können, kam ich 1995 nach Pirmasens zurück und eröffnete dort meine Praxis. Hier kamen nun die Transaktionsanalyse, die systemischen Ansätze, Paartherapie nach Jellouschek, sowie NLP und Enneagrammarbeit nach Eli Jaxon Bear dazu.

1999 wurde ich von der Vita Natura Klinik in Eppenbrunn gefragt, ob ich die Betreuung der Patienten übernehmen könnte. Das war für mich erst einmal sehr schwierig, da ich als Enneagramtyp 7 es nicht gewohnt war mich auf tiefes Leid und Verzweiflung bis hin zum Thema Sterbebegleitung einzulassen. Meine Patienten vermittelten mir aber, dass sie sich bei mir gut verstanden fühlten und tief in die eigenen Ursachenthemen eintauchen könnten. Dies bestärkte mich und ich experimentierte zusammen mit ihnen im Bereich hypnotherapeutischer Intervention und Kontaktaufnahme mit dem Krebs. Immer deutlicher wurde für mich, dass die Krebserkrankung für alle Patienten einen enormen Bewusstseinswandel auslösen konnte, wenn sie sich auf die Botschaften ihres Krebses einließen. Daraus entstand dann die Technik „den Krebs zerlieben“ oder „aus Scheiße Liebe machen“!

Die Erfahrung von über 3000 Patienten, die ich in den 15 Jahren in der Klinik begleiten durfte, hat mich sehr tief berührt und auch mein Leben bedeutungsvoller gemacht. In meinem Buch „Diagnose Krebs, und nun?“ habe ich die wichtigsten Übungen zusammengestellt.
Die meisten Patienten wussten Anfangs nicht warum der Krebs in ihr Leben kam. Ich genauso wenig. Nun, nach einer langen Reise, meine ich die Ursachen der Erkrankung besser verstehen zu können und gebe diese Erfahrung an meine Ausbildungsteilnehmer zum psychoonkologischen Berater weiter.

Auf den Spuren meiner selbst

Das Wesentlichste ist aber meine Dankbarkeit für das Vertrauen, das mir geschenkt wurde. Dieses hat es ermöglicht auch vermeintlich schlechte Prognosen zu verwandeln, wenn der große Plan dies vorsah. Hier kommt ein spirituelles Moment in meine Arbeit: Die Demut vor dem Schicksal des anderen Menschen. Ich musste leidvoll lernen, dass nicht ich den großen Plan machen kann oder ihn ändern kann, sondern dass hier höhere Kräfte walten. Die Aussöhnung mit dem Schicksal und der eigenen Herkunft ist dadurch ein wesentlicher Bestandteil meiner Aktivitäten geworden. Bert Hellinger und die Tätigkeiten der Heidelberger Gruppe um Helm Stierlin und Gunther Schmidt haben dabei mein Denken sehr geprägt. Ich persönlich durfte meiner suizidierenden Großmutter und einem 3. Geschwisterkind begegnen, das nach der Geburt wegen eines Wasserkopfes gestorben ist. Dadurch vervollständigte sich etwas in meiner Seele.

Bei Eli Jaxon Bear entdeckte ich auch die Nazivergangenheit meiner väterlichen Linie, da mein Großonkel in Hitlers Leibstandarte Krad fuhr und mein Opa bei der Waffen-SS war. Den Stolz, den meine Großmutter auf diese Männer in sich trug, und ihren Hass auf „die Juden“ spüre ich auch heute noch in meinen Genen und darf mich immer wieder davon abgrenzen und es dort lassen, wo es hingehört. Wovon ich mich hingegen nicht gänzlich distanziert habe, ist eine Offenheit für Verschwörungstheorien. Diese betrachte ich aber eher neutral.

Gegenwart und Zukunft: Der Weg geht weiter!

Im Jahr 2014 beendete ich meine aktive Klinikarbeit und zog meinen Kindern ins Frankenland hinterher. Hier betreibe ich meine Praxis und biete die erwähnten Ausbildungen zum psychoonkologischen Berater im Kloster Abtei Maria Frieden in Kirchschletten an.

In der Klinik bin ich immer noch als Qualitätsmanager tätig und kann darüber die Arbeit mit beeinflussen.

Mit meiner neuen Partnerin Kirstin Schena lernte ich die integralen Ansätze und Spiral Dynamics kennen. Diese Entwicklungsschritte machten mir sehr gut deutlich auf welchen Ebenen ich mich selbst bewege und welche Erkenntnisstufen noch anstehen. Das Lernen geht immer weiter und ich freue mich, diese Lehren anderen Menschen vermitteln zu dürfen.

Der erste Hilfe-Letter

Sie oder ein Verwandter hat einen Verdacht oder eine Krebsdiagnose? Mit meinem ersten Hilfe-Letter gebe ich Ihnen ein paar Werkzeuge an die Hand, mit den Sie die ersten Schritte im Umgang mit der Krankheit gehen können.